Kafkas Grabinschrift

Dienstag, Beginn des Monats Siwan 5684, starb [wörtlich: ging in seine Welt] der obengenannte, prachtvolle, unvermählte Mann, unser Lehrer und Meister Anschel, seligen Angedenkens, der Sohn des hochverehrten R. Henoch Kafka, sein Licht möge leuchten. Der Name seiner Mutter ist Jettl. Seine Seele möge eingebunden sein im Bund des ewigen Lebens.


Kafkas Grab, in dem auch seine Mutter Julie und sein Vater Hermann bestattet sind, befindet sich im Neuen jüdischen Friedhof im früheren Prag-Straschnitz. Das Begräbnis fand am 11. Juni 1924 statt, acht Tage nach Kafkas Tod in Kierling bei Wien.

Die Übersetzung folgt im wesentlichen Rotraut Hackermüller, Kafkas letzte Jahre: 1917–1924, München 1990, Seite 155.