Astrid Dehe / Achim Engstler: Kafkas komische Seiten
Göttingen 2011 | Steidl | 324 Seiten

Die bisher beste Einführung in Kafkas Komik: 36 Zitate aus seinen Werken, Briefen und Tagebüchern mit je einem erläuternden Kurzessay, der die Hintergründe ausleuchtet und Zusammenhänge herstellt. Auch Illustrationen sind beigefügt.


Susanne Kaul: Einführung in das Werk Franz Kafkas
Darmstadt 2010 | Wissenschaftliche Buchgesellschaft | 144 Seiten

Ein Überblick über die zentralen Motive Kafkas, mit knapper, übersichtlicher Darstellung von Biografie, Forschung und Rezeption. Ausführlichere Einzelanalysen werden geboten zu den Romanen Der Verschollene und Der Process sowie zu den Erzählungen Die Verwandlung und In der Strafkolonie. Literaturwissenschaftlicher Jargon wird weitgehend vermieden.


Felix Weltsch: Gnade und Freiheit
Untersuchungen zum Problem des schöpferischen Willens in Religion und Ethik
Düsseldorf 2010 | onomato | 202 Seiten

Die kleine Schrift von Weltsch, die erstmals 1920 erschien, wurde von Kafka im Manuskript intensiv lektoriert. Die Neuausgabe enthält ein Nachwort von Hans-Gerd Koch, in dem sämtliche überlieferten Korrekturvorschläge Kafkas verzeichnet sind, außerdem – soweit es sich nachvollziehen lässt – die Reaktionen von Weltsch auf diese Vorschläge.


Manfred Engel / Ritchie Robertson (Hrsg.): Kafka und die kleine Prosa der Moderne
Würzburg 2010 | Königshausen & Neumann | 300 Seiten

Sammelband mit Vorträgen, die 2008 bei einem Symposion am St. John’s College in Oxford gehalten wurden (Inhaltsverzeichnis). Thema waren Kafkas ›Nebenwerke‹, insbesondere die frühe Prosa von Betrachtung und Beschreibung eines Kampfes sowie die aphoristischen Versuche. Initiiert wurde die Veranstaltung vom Oxford Kafka Research Centre.


Josef Čermák: »Ich habe seit jeher einen gewissen Verdacht gegen mich gehabt«
Franz Kafka - Dokumente zu Leben und Werk
Berlin 2010 | parthas | 141 großformatige Seiten

Die erste in tschechischer Sprache verfasste Kafka-Biographie. In der Knappheit der Darstellung ist sie Klaus Wagenbachs Rowohlt-Monographie vergleichbar, doch enthält sie auch ein Kapitel über Kafkas Weg zum Weltruhm und über seine Rezeption in Osteuropa. Mit ca. 250 Abbildungen ist die Biographie reich illustriert; außerdem ist eine Mappe beigefügt, die 30 hochwertige Faksimiles enthält: Briefe, Ansichtskarten, Zeugnisse und andere Dokumente.


Georges-Arthur Goldschmidt: Meistens wohnt der den man sucht nebenan
Kafka lesen
Frankfurt am Main 2010 | S.Fischer | 141 Seiten
Langer, bedeutender Essay über Kafkas Gebrauch der Sprache und über die für ihn charakteristischen erzählerischen Strategien und Paradoxien. »Durch seine Strenge und Klarheit läßt das Schreiben Kafkas im Geist des Lesers etwas entstehen, das darüber hinausgeht.« »Im Grunde ist es bei Kafka, wie wenn man einem Kind sagt: Geh mal dorthin und schau, ob ich dort bin.«

Manfred Engel / Bernd Auerochs (Hrsg.): Kafka-Handbuch
Leben – Werk – Wirkung
Stuttgart/Weimar 2010 | Metzler | 561 Seiten
Klassisch aufgebautes zweispaltiges Handbuch und Nachschlagewerk, das in seinem umfangreichen Mittelteil Artikel zu jedem einzelnen Werk Kafkas enthält, mit Angaben u.a. auch zu Adaptionen in Theater und Film. Aufgenommen wurden weiterhin eine biografische Einführung, Artikel zum kulturellen Kontext sowie zu den für Kafka typischen Figuren und Erzählweisen (Inhaltsverzeichnis). Der Anhang bietet einen Überblick über die verschiedenen Editionen sowie über Informationsquellen und wissenschaftliche Hilfsmittel.

Carsten Schmidt: Kafkas fast unbekannter Freund
Leben und Werk von Felix Weltsch. Zionist, Journalist und Philosoph
Würzburg 2010 | Königshausen & Neumann | 380 Seiten
Erste umfängliche Studie über einen der engsten Freunde Kafkas. Die Arbeit ist biografisch orientiert und stützt sich auf zahlreiche bisher unbekannte Dokumente. Eine Auseinandersetzung mit dem schmalen religionsphilosophischen Werk von Weltsch fehlt jedoch. (Inhaltsverzeichnis) (Rezension der Berliner Literaturkritik)

Ulrich Plass: Franz Kafka
Wien/Köln/Weimar 2009 | Böhlau | 128 Seiten
Die Einführung ist vor allem für Studenten konzipiert (Reihe ›UTB Profile‹), verzichtet jedoch fast völlig auf literaturwissenschaftlichen Jargon. Die Darstellung ist gegliedert nach zentralen Themen und Motiven (siehe Inhaltsverzeichnis); sie orientiert sich vorrangig an neueren, kulturgeschichtlich interessierten Arbeiten über Kafka.

Ritchie Robertson: Franz Kafka. Leben und Schreiben
[Kafka. A Very Short Introduction]
Darmstadt 2009 | Wissenschaftliche Buchgesellschaft | 175 Seiten
Die knappe Einführung bietet weniger einen Überblick über Werk und Biografie als vielmehr über die Themen, die für Kafka und sein Werk relevant sind. Entsprechend ist der Band strikt nach Sachthemen gegliedert (siehe Inhaltsverzeichnis). Leider krankt die deutsche Ausgabe an einer recht ungelenken Übersetzung.

Hubert Spiegel (Hrsg.): Kafkas Sätze
Frankfurt am Main 2009 | S.Fischer | 240 Seiten
73 Schriftsteller, Verleger, Kritiker und Literaturwissenschaftler kommentieren jeweils einen Satz Kafkas, der ihnen besonders denkwürdig erscheint.

Peter-André Alt: Kafka und der Film
Über kinematographisches Erzählen
München 2009 | Beck | 238 Seiten
Eine Analyse von Kafkas Erzählverfahren im Hinblick auf ihre Vorbilder im frühen Stummfilm. Alt untersucht insbesondere die Techniken der Bildverknüpfung, filmtypische Perspektiven, Körpersprache der Figuren, konkrete Motive und dramaturgische Muster des passionierten Kinogängers Kafka. (Leseprobe)

Gesa Schneider: Das Andere schreiben
Kafkas fotografische Poetik
Würzburg 2008 | Königshausen & Neumann | 165 Seiten
Akademische Studie über die auffallend häufigen Fotografien in Kafkas Werk: ihre Funktion in der Erzählung wie auch ihre Rückwirkung auf das Medium der Sprache, zu dem sie in Konkurrenz treten.

Bernd Neumann: Franz Kafka. Gesellschaftskrieger
Eine Biographie
München 2008 | Wilhelm Fink | 662 Seiten
Neumanns Biografie richtet sich vor allem gegen die These, bei Kafka habe die literarische Imagination Vorrang vor der sozialen Erfahrung. Daher stehen im Zentrum der Darstellung die realen Konflikte, die Kafka im Prag der Jahrhundertwende in besonders zugespitzter Form erfuhr: deutsche gegen tschechische Identität, aggressiver Nationalismus gegen kosmopolitische Humanität, jüdische Assimilation gegen Zionismus. Erschwert wird die Lektüre durch unausgewiesene Zitate, sachliche Irrtümer und zahlreiche Druckfehler. (Inhaltsverzeichnis)

Felix Weltsch: Religion und Humor im Leben und Werk Franz Kafkas
Düsseldorf 2008 | onomato | 126 Seiten
Die kleine Studie des mit Kafka befreundeten Weltsch erschien erstmals 1957. Im Zentrum stehen Kafkas Reflexion religiöser und metaphysischer Fragen.

Andreas B. Kilcher: Franz Kafka
Frankfurt am Main 2008 | Suhrkamp | 157 Seiten
Konzise, illustrierte Einführung aus der Reihe ›Suhrkamp BasisBiographie‹, gegliedert in die Abschnitte ›Leben‹, ›Werk‹ und ›Wirkung‹. Der schnellen Orientierung dienen Marginalien sowie farbig unterlegte Zitate.

Manfred Voigts: Geburt und Teufelsdienst
Franz Kafka als Schriftsteller und Jude
Würzburg 2008 | Königshausen & Neumann | 127 Seiten
Versuch, die Vieldeutigkeit oder gar Nicht-Interpretierbarkeit von Kafkas Texten zu dessen Existenz als Westjude in Beziehung zu setzen. Voigts greift dabei u.a. auf die Sprachtheorie von Moses Mendelssohn zurück.

Hartmut Binder: Prag. Literarische Spaziergänge durch die Goldene Stadt
4., erweiterte Ausgabe
Prag 2008 | Vitalis | 375 Seiten

Neu gestaltete, in Text und Bild erweiterte sowie durch Register ergänzte Ausgabe. Sechs Spaziergänge führen durch die literarische Topografie Prags, mit einschlägigen Text-Passagen von Kafka, Rilke, Meyrink, Kisch, aber auch von tschechischen Autoren wie Hašek, Seifert, Kohout und Kundera. (Inhaltsverzeichnis)


Marie Haller-Nevermann / Dieter Rehwinkel (Hrsg.): Franz Kafka - Visionär der Moderne
Göttingen 2008 | Wallstein | 166 Seiten
Beiträge zu einem Kolloquium über Kafka, das die Stiftung Genshagen im Frühjahr 2006 veranstaltete. (Inhaltsverzeichnis) (Rezension auf literaturkritik.de)

Louis Begley: Die ungeheuere Welt, die ich im Kopfe habe
Über Franz Kafka
München 2008 | DVA | 335 Seiten
Einführender biografischer Großessay mit zahlreichen Zitaten Kafkas.