Boris Blahak: Franz Kafkas Literatursprache
Deutsch im Kontext des Prager Multilingualismus
Köln/Weimar/Wien 2015 | Böhlau | 645 Seiten

Die sprachwissenschaftliche Studie bietet die bisher bei weitem genaueste Untersuchung von Kafkas mündlichem und schriftlichem Sprachgebrauch. Aufgesucht werden unter anderem Regionalismen sowie Spuren des Tschechischen und Jiddischen in Kafkas Deutsch. Einbezogen werden darüber hinaus Kafkas eigenes Sprachverständnis sowie dessen Einfluss auf seine literarische Praxis. (Inhaltsverzeichnis)


Astrid Dehe / Achim Engstler: Kafkas dunkle Augen
Bonn 2015 | Bernstein | 164 Seiten

24 kommentierende Kurz-Essays zu aphoristischen Notaten Kafkas. Die Texte werden nicht nur biografisch verortet, sondern auch im Kontext ihrer Entstehung, wie er sich im Manuskript darstellt. Dadurch eröffnen sich tiefe Einblicke in Kafkas Denkbewegungen.


Reiner Stach: Kafka. Die frühen Jahre
Frankfurt am Main 2014 | S.Fischer | 608 Seiten

Der abschließende Band der dreibändigen Biografie schildert Kafkas Leben bis 1910/11: Kindheit und Jugend, Studium, die ersten Berufsjahre, Prager Begegnungen und Freundschaften, Auslandsreisen und nicht zuletzt Kafkas frühe literarische Versuche. Der sozial-, kultur- und mentalitätsgeschichtliche Kontext, in den Kafkas Entwicklung eingebettet war, wird dabei überaus anschaulich.


Steffen Höhne / Ludger Udolph (Hrsg.): Franz Kafka. Wirkung und Wirkungsverhinderung
Köln/Weimar/Wien 2014 | Böhlau | 436 Seiten

Der Band versammelt Beiträge zu einer Tagung im Prager Goethe-Institut vom Herbst 2011 (Inhaltsverzeichnis). Schwerpunkte sind die Rezeption Kafkas in osteuropäischen Ländern – wobei mit einigen Legenden aufgeräumt wird –, die Entdeckung Kafkas als jüdischer Autor sowie Missverständnisse der französischen Rezeption (Deleuze/Guattari).


Manfred Engel / Ritchie Robertson (Hrsg.): Kafka und die Religion in der Moderne
Würzburg 2014 | Königshausen & Neumann | 299 Seiten

Sammelband mit deutschen und englischen Vorträgen, die 2012 bei einem internationalen Symposion in Oxford gehalten wurden. (Inhaltsverzeichnis) Initiiert wurde die Veranstaltung vom Oxford Kafka Research Centre.


Kathi Diamant: Dora Diamant. Kafkas letzte Liebe
[Kafka's Last Love: The Mystery of Dora Diamant]
Düsseldorf 2013 | onomato | 447 Seiten
Die erste Biografie über Dora Diamant, die einige Monate mit Kafka in Berlin lebte. Das Ergebnis ausdauernder Spurensuche. Mit einem Vorwort von Reiner Stach, Bildteil und Auszügen aus Dora Diamants Aufzeichnungen. (Homepage der Autorin)

Malte Kleinwort / Joseph Vogl (Hrsg.): »Schloss«-Topographien
Lektüren zu Kafkas Romanfragment
Bielefeld 2013 | transcript | 258 Seiten

Die zehn Aufsätze gehen auf den Workshop »Research Avenues into Franz Kafka's Das Schloss« zurück, der im März 2011 an der Humboldt-Universität in Berlin stattfand. (Inhaltsverzeichnis und Einleitung)


Malte Kleinwort: Der späte Kafka
Spätstil als Stilsuspension
München 2013 | Wilhelm Fink | 279 Seiten
Untersuchungen zu dem noch verhältnismäßig wenig erforschten späten Stil Kafkas, insbesondere im Schloss-Roman und in dem Erzählband Ein Hungerkünstler. Dabei wird auch zahlreichen biografischen Bezügen nachgegangen.

Hartmut Binder: Kafkas Wien
Porträt einer schwierigen Beziehung
Prag 2013 | Vitalis | 456 Seiten
Ein weiterer opulenter Band Hartmut Binders mit mehr als 300 Abbildungen (darunter viele in Farbe). Erzählt werden die sehr zwispältigen Beziehungen Kafkas zu dem »absterbenden Riesendorf« Wien: u.a. seine Auseinandersetzung mit Grillparzer, Stifter und Kraus, seine wenig glücklichen Besuche der Stadt, die gemeinsamen Tage mit Milena Jesenská, schließlich die letzten Lebenswochen, die er in Kliniken in und bei Wien verbrachte.

Reiner Stach: Ist das Kafka?
99 Fundstücke
Frankfurt am Main 2013 | Fischer Taschenbuch Verlag | 336 Seiten

Die kommentierten und mit 75 Abbildungen illustrierten Texte ergeben zusammen ein Kaleidoskop, das Kafka in ungewohntem Licht zeigt. Die Fundstücke – darunter unpublizierte Fotos und schwer zugängliche Erinnerungen an Kafka – sind meist erheiternd, bisweilen auch bewegend und machen Kafka noch in der unscheinbaren Anekdote ›wiedererkennbar‹.


Saul Friedländer: Franz Kafka
[Franz Kafka. Poet of Shame and Guilt]
München 2012 | C.H. Beck | 252 Seiten
Biografischer Groß-Essay, der sich vor allem gegen das von Max Brod verbreitete Bild eines religiös und zionistisch überzeugten Kafka wendet. Breiten Raum nehmen auch Spekulationen über Kafkas sexuelle Orientierung ein.

Manfred Engel / Ritchie Robertson (Hrsg.): Kafka, Prag und der Erste Weltkrieg
Würzburg 2012 | Königshausen & Neumann | 279 Seiten

Sammelband mit Vorträgen, die 2010 bei einem Symposion am St. John's College in Oxford gehalten wurden. Thema waren die bislang stark unterschätzten Querverbindungen zwischen Kafkas Werk und den diskursiven und kulturellen Verwerfungen, die der Schock des Ersten Weltkriegs mit sich brachte. (Inhaltsverzeichnis) Initiiert wurde die Veranstaltung vom Oxford Kafka Research Centre.


Astrid Dehe / Achim Engstler: Kafkas komische Seiten
Göttingen 2011 | Steidl | 324 Seiten

Die bisher beste Einführung in Kafkas Komik: 36 Zitate aus seinen Werken, Briefen und Tagebüchern mit je einem erläuternden Kurzessay, der die Hintergründe ausleuchtet und Zusammenhänge herstellt. Auch Illustrationen sind beigefügt. (Inhaltsverzeichnis)


Susanne Kaul: Einführung in das Werk Franz Kafkas
Darmstadt 2010 | Wissenschaftliche Buchgesellschaft | 144 Seiten

Ein Überblick über die zentralen Motive Kafkas, mit knapper, übersichtlicher Darstellung von Biografie, Forschung und Rezeption. Ausführlichere Einzelanalysen werden geboten zu den Romanen Der Verschollene und Der Process sowie zu den Erzählungen Die Verwandlung und In der Strafkolonie. Literaturwissenschaftlicher Jargon wird weitgehend vermieden.


Felix Weltsch: Gnade und Freiheit
Untersuchungen zum Problem des schöpferischen Willens in Religion und Ethik
Düsseldorf 2010 | onomato | 202 Seiten

Die kleine Schrift von Weltsch, die erstmals 1920 erschien, wurde von Kafka im Manuskript intensiv lektoriert. Die Neuausgabe enthält ein Nachwort von Hans-Gerd Koch, in dem sämtliche überlieferten Korrekturvorschläge Kafkas verzeichnet sind, außerdem – soweit es sich nachvollziehen lässt – die Reaktionen von Weltsch auf diese Vorschläge.


Manfred Engel / Ritchie Robertson (Hrsg.): Kafka und die kleine Prosa der Moderne
Würzburg 2010 | Königshausen & Neumann | 300 Seiten

Sammelband mit Vorträgen, die 2008 bei einem Symposion am St. John’s College in Oxford gehalten wurden (Inhaltsverzeichnis). Thema waren Kafkas ›Nebenwerke‹, insbesondere die frühe Prosa von Betrachtung und Beschreibung eines Kampfes sowie die aphoristischen Versuche. Initiiert wurde die Veranstaltung vom Oxford Kafka Research Centre.


Josef Čermák: »Ich habe seit jeher einen gewissen Verdacht gegen mich gehabt«
Franz Kafka - Dokumente zu Leben und Werk
Berlin 2010 | parthas | 141 großformatige Seiten

Die erste in tschechischer Sprache verfasste Kafka-Biographie. In der Knappheit der Darstellung ist sie Klaus Wagenbachs Rowohlt-Monographie vergleichbar, doch enthält sie auch ein Kapitel über Kafkas Weg zum Weltruhm und über seine Rezeption in Osteuropa. Mit ca. 250 Abbildungen ist die Biographie reich illustriert; außerdem ist eine Mappe beigefügt, die 30 hochwertige Faksimiles enthält: Briefe, Ansichtskarten, Zeugnisse und andere Dokumente.


Georges-Arthur Goldschmidt: Meistens wohnt der den man sucht nebenan
Kafka lesen
Frankfurt am Main 2010 | S.Fischer | 141 Seiten
Langer, bedeutender Essay über Kafkas Gebrauch der Sprache und über die für ihn charakteristischen erzählerischen Strategien und Paradoxien. »Durch seine Strenge und Klarheit läßt das Schreiben Kafkas im Geist des Lesers etwas entstehen, das darüber hinausgeht.« »Im Grunde ist es bei Kafka, wie wenn man einem Kind sagt: Geh mal dorthin und schau, ob ich dort bin.«

Manfred Engel / Bernd Auerochs (Hrsg.): Kafka-Handbuch
Leben – Werk – Wirkung
Stuttgart/Weimar 2010 | Metzler | 561 Seiten
Klassisch aufgebautes zweispaltiges Handbuch und Nachschlagewerk, das in seinem umfangreichen Mittelteil Artikel zu jedem einzelnen Werk Kafkas enthält, mit Angaben u.a. auch zu Adaptionen in Theater und Film. Aufgenommen wurden weiterhin eine biografische Einführung, Artikel zum kulturellen Kontext sowie zu den für Kafka typischen Figuren und Erzählweisen (Inhaltsverzeichnis). Der Anhang bietet einen Überblick über die verschiedenen Editionen sowie über Informationsquellen und wissenschaftliche Hilfsmittel.

Ulrich Plass: Franz Kafka
Wien/Köln/Weimar 2009 | Böhlau | 128 Seiten
Die Einführung ist vor allem für Studenten konzipiert (Reihe ›UTB Profile‹), verzichtet jedoch fast völlig auf literaturwissenschaftlichen Jargon. Die Darstellung ist gegliedert nach zentralen Themen und Motiven (siehe Inhaltsverzeichnis); sie orientiert sich vorrangig an neueren, kulturgeschichtlich interessierten Arbeiten über Kafka.