Kafka-News

Die acht Oktavhefte in Hamburg

Auf Grundlage von Kafkas Oktavheften, die zahlreiche weniger bekannte Fragmente enthalten, formte der Schweizer Theaterregisseur Thom Luz eine musikalische Inszenierung, die ab 24. Februar 2022 am Schauspielhaus Hamburg gezeigt wird.

Der Verschollene in Berlin und Esslingen

Das Maxim Gorki Theater in Berlin (ab 14.1.2023, Rezension von Nachtkritik und taz) und die Württembergische Landesbühne in Esslingen (ab 13.1.2023) zeigen Bühnenfassungen von Kafkas Roman Der Verschollene (Amerika).

Die Verwandlung in Kassel

Nach Kafkas Erzählung zeigt das Staatstheater Kassel Die Verwandlung in einer Bearbeitung und unter der Regie von Stef Lernous.

TV-Serie zu Franz Kafka in Planung

Einer Pressemitteilung des NDR zufolge planen ARD, ORF und die Wiener Filmproduktion Superfilm eine sechsteilige Mini-Serie zu Leben und Werk von Franz Kafka. Die Drehbücher verfasst Daniel Kehlmann in Zusammenarbeit mit Regisseur David Schalko auf Basis der dreibändigen Kafka-Biografie von Reiner Stach (der auch als Fachberater des Projekts tätig ist). Besetzung: Joel Basman (Franz Kafka), Nicholas Ofczarek (Hermann Kafka) Liv Lisa Fries (Milena Jesenská) u.a. Die Dreharbeiten sind für Frühjahr 2023 geplant, voraussichtlicher Sendetermin ist Frühjahr 2024.

Stuttgart: Kafka Band mit Der Process

Nach Das Schloss (2016) und Amerika (2019) hat die Kafka Band um den Schriftsteller Jaroslav Rudiš und Comiczeichner und Sänger Jaromír 99 nun auch aus Kafkas Roman Der Process ein musikalisch-literarisches Konzert entwickelt. Die Premiere findet am 12. November 2022 in der Stuttgarter Liederhalle statt. Organisation: Literaturhaus Stuttgart. Einführung: Reiner Stach.

Kafka-Oper in Regensburg

Das Theater Regensburg zeigt ab dem 24. September 2022 Gottfried von Einems Oper Der Prozess (1953) nach dem Roman Franz Kafkas. (Bericht des BR24)

Die Verwandlung in Neuss

In einer Inszenierung von Thomas Maria Peters zeigt das Rheinische Landestheater Neuss eine Bühnenfassung von Kafkas Erzählung Die Verwandlung. Premiere am 16. September 2022. (Bericht auf NGZ online)

Der Process im Schauspielhaus Linz

In einer Inszenierung von Peter Wittenberg zeigt das Schauspielhaus Linz eine Bühnenfassung von Kafkas Roman Der Process. Premiere am 23. September 2022. (Besprechung in den Salzburger Nachrichten)

Innsbruck: Kafka-Stück von Max Simonischek

Unter dem Titel Kafka umírá – Kafka stirbt zeigt das Tiroler Landestheater ein Stück, in dessen Mittelpunkt einige der Tierfiguren Kafkas stehen. Autor und Regie: Max Simonischek. Premiere am 18. Juni 2022.

Milena Jesenská in Linz

Unter dem Titel Vor dem Fenster liegt die Welt zeigt die Tribüne Linz (Theater am Südbahnhofmarkt) ein Stück von Cornelia Metschitzer über das Leben der tschechischen Journalistin Milena Jesenská. Premiere: 29.4.2022. Die Erzählung reicht bis zum Jahr 1924, eine Fortsetzung über die Zeit bis zu Milena Jesenskás Tod ist für den Herbst 2022 geplant.

Kafka-Biopic von Agnieszka Holland

Die polnische Regisseurin Agnieszka Holland, deren Film Charlatan Anfang 2022 auch in deutschen Kinos lief, plant ein Biopic über Franz Kafka. Die Dreharbeiten sollen im Frühjahr 2023 beginnen. Der Prager Autor und Schauspieler Marek Epstein schrieb das Drehbuch.

Das Schloss am Schauspiel Leipzig

Unter dem Titel »Das Schloss, nach Texten von Franz Kafka« zeigt das Schauspiel Leipzig eine Kafka-Inszenierung mit Motiven aus Das Schloss und anderen Werken. Regie: Philipp Preuss. Premiere: 21. Januar 2022.

Klaus Wagenbach gestorben

Am 17. Dezember 2021 starb der in Berlin und in der Toskana lebende Verleger Klaus Wagenbach im Alter von 91 Jahren. Bereits in den fünfziger Jahren erforschte Wagenbach das biografische Umfeld Kafkas und verfasste seine bahnbrechende Studie über den jungen Kafka (1958, Neuausgabe 2006). Noch mehr Einfluss auf das öffentliche Bild Kafkas nahm Wagenbach mit seiner Rowohlt-Monografie zu Kafka (1964) sowie mit dem vielfach aus dem eigenen Archiv bestückten Band Franz Kafka. Bilder aus seinem Leben (3., erweiterte Ausgabe 2008). (Nachrufe in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, im Tagesspiegel, in der taz sowie in der Welt)

Marbach a.N.: Buchpremiere mit Kafkas Zeichnungen

Am 27. Oktober 2021 um 19.30 Uhr findet im Humboldt-Saal des Literaturarchivs in Marbach am Neckar die Buchpremiere zur Gesamtausgabe von Kafkas Zeichnungen statt (Beck Verlag). Der Herausgeber Andreas Kilcher (Zürich) und der Archivar Stefan Litt von der israelischen Nationalbibliothek in Jerusalem stellen die Edition vor. Moderation: Jan Bürger. (Die Veranstaltung auf YouTube)

Bericht für eine Akademie in Düsseldorf und Bern

In einer Inszenierung von Roger Vontobel zeigen das Düsseldorfer Schauspielhaus und die Bühnen Bern Kafkas Monolog Bericht für eine Akademie. Darsteller des Affen, der von seiner Erziehung zum Menschen erzählt, ist der Schauspieler Kilian Land.

Kafka-Tagung in Athen

Die von der Universität Athen (Fachbereich für deutsche Sprache und Literatur) bereits für 2020 geplante Internationale Tagung zum Thema ›Kafka und Griechenland‹ wurde am 18. und 19. Juni 2021 aufgrund der aktuellen Pandemie als online-Veranstaltung durchgeführt, mit zahlreichen Vorträgen in deutscher und griechischer Sprache.

Kafka-Handschriften online

Der Nachlass von Max Brod, der seit 2018 im Besitz der Israelischen Nationalbibliothek in Jerusalem ist, enthält auch Handschriften Franz Kafkas: u.a. das frühe Fragment Hochzeitsvorbereitungen auf dem Lande, Kafkas Reisetagebücher, seine Briefe an Max Brod sowie bislang unbekannte Zeichnungen. Diese Originale wurden von der Bibliothek digitalisiert und sind seit Ende Mai 2021 online abrufbar.

Prag: Tagung zu Hugo Bergmann

Vom 3.-5. November 2021 findet an der Universität Prag eine Tagung zu Leben und Werk von Hugo Bergmann statt (in englischer Sprache). Bergmann, 1883 in Prag geboren, war lebenslang mit Franz Kafka befreundet. Er wanderte bereits 1920 nach Palästina aus, leitete bis 1935 die Hebräische Nationalbibliothek in Jerusalem und wurde dann Professor für Philosophie und Rektor der dortigen Universität.

Unbekanntes von Kafka

Das in Berlin ansässige Auktionshaus Stargardt verzeichnete im Katalog seiner Online-Auktion vom 15.-16. April 2021 vier Originale von Kafkas Hand: Eine Seite der Zeitschrift Die Muskete, die Kafka mit den für ihn charakteristischen menschlichen Figuren bekritzelte (Erlös: ca. 50.000 EUR). Weiterhin ein Reiseführer zu Marienbad, den Kafka 1916 mit ausführlichen, bisher nicht bekannten handschriftlichen Ratschlägen für Max Brod versah (ca. 50.000 EUR). Schließlich ein vierseitiger bereits publizierter Brief Kafkas an seine Schwester Ottla vom 1. Februar 1919 (ca. 43.000 EUR) sowie ein eigenhändiges Typoskript der Parabel Eine kaiserliche Botschaft (ca. 28.500 EUR). (Abbildungen der Autographen hier.)

Deutsches Literaturarchiv erwirbt weiteren Brief Kafkas

Das Deutsche Literaturarchiv in Marbach/N. konnte einen weiteren, bedeutenden Brief Kafkas an Max Brod erwerben (Pressemitteilung). Der Brief stammt vom 11. September 1922, umfasst acht handschriftliche Seiten und enthält eine ausführliche Reflexion zum Thema Angst vor Einsamkeit / Verlangen nach Einsamkeit.

Am 3. Februar 2021 findet zu diesem Brief ein Zoom-Gespräch mit Andreas Platthaus, Ulrich von Bülow und Sandra Richter statt. Informationen zur Teilnahme hier.

Kafka-Gedenkjahr 2020 in Meran

Aus Anlass von Kafkas Kur-Aufenthalt in Meran vor nunmehr 100 Jahren sind vor Ort zahlreiche Veranstaltungen geplant, darunter Vorträge, Stadtführungen, Lesungen sowie eine Tagung. Die Eröffnung des Meraner Kafka-Gedenkjahrs im März 2020 musste jedoch aufgrund der aktuellen Pandemie kurzfristig abgesagt werden. Sie findet nunmehr am 9. Oktober 2020 im ehemaligen Grand Hotel Emma (heute: FOS) am Mazziniplatz statt, mit Vorträgen von Reiner Stach und Helena Janeczek.

Börsenblatt des deutschen Buchhandels online

Das Börsenblatt des deutschen Buchhandels ist eine bedeutende Quelle für das publizistische Umfeld Kafkas und für dessen frühe Rezeption. Im April 2020 stellte die Sächsische Landesbibliothek die Jahrgänge 1834 bis 1945 als digitale Edition kostenlos zur Verfügung. Der Bestand umfasst etwa 1,1 Millionen Druckseiten. (Siehe den Blog der Bibliothek.)

Kafka im Wallstein Verlag

Nach der Insolvenz des Stroemfeld Verlags wird die von Roland Reuß und Peter Staengle herausgegebene Faksimilie-Edition der Manuskripte Kafkas ab 2020 im Wallstein Verlag (Göttingen) fortgeführt. Auch der unregelmäßig erscheinende Kafka-Kurier wird künftig vom Wallstein Verlag betreut; im Mai 2020 erschien Heft 4.

Josef Čermák in Prag gestorben

Der bedeutende tschechische Kafka-Experte und -übersetzer Josef Čermák ist am 14. Januar 2020 gestorben. Čermák wurde 1929 geboren, er studierte Slawistik, Romanistik und vergleichende Literaturgeschichte. Für mehrere Verlage war er als Cheflektor tätig. 1963 nahm Čermák an der legendären, politisch einflussreichen Kafka-Konferenz auf Schloss Liblice teil.

Kafka in Osnabrück

Am Theater Osnabrück wird in der Saison 2019/20 das Stück Kafka aufgeführt, in dem Motive aus dem Roman Der Process und aus Kafkas Leben collageartig miteinander verschränkt werden. Inszenierung: Dominique Schnizer.

Verschollene Manuskripte Kafkas im Bundesarchiv?

Zahlreiche Notizbücher, Briefe und Manuskriptblätter Kafkas sind verschollen, seit sie 1933 bei Dora Diamant von der Gestapo beschlagnahmt wurden. In einem ausführlichen Artikel in der Süddeutschen Zeitung vom 6. Dezember 2019 nimmt Hans-Gerd Koch diese Spur auf und begründet, warum sich die Materialien heute möglicherweise im Bundesarchiv befinden.

Unbekannte Zeichnungen Kafkas

In der Israelischen Nationalbibliothek wurden Anfang August 2019 bislang unbekannte Zeichnungen Kafkas präsentiert. Sie fanden sich in einem Safe in Zürich aus dem Besitz der Brod-Erben. Die Manuskripte und Briefe Kafkas, die ebenfalls in diesem Safe verwahrt waren, sind bereits sämtlich publiziert. (Erläuterungen zur rechtlichen Situation in der Zeitschrift tachles.)

Max Brods Nachlass in der Israelischen Nationalbibliothek

Nach achtjährigem Rechtsstreit und nach dem Tod der juristisch unterlegenen Erbin Chawa Hoffe wurde der größte Teil des Nachlasses von Max Brod im September 2018 von der Israelischen Nationalbibliothek in Jerusalem übernommen. Umfangreiche Dokumente, die bei einem Einbruch in die Wohnung Hoffes entwendet worden waren, wurden im Juni 2019 vom Bundeskriminalamt der Nationalbibliothek übergeben.

Publikation über den Streit um Brods Erbe

Den langjährigen Streit um das Erbe Max Brods und damit zusammenhängend auch um einige Manuskripte Kafkas hat der in Jerusalem lebende Publizist Benjamin Balint zum Gegenstand eines Buchs gemacht: Kafkas letzter Prozess, deutsch im Berenberg Verlag, Berlin 2019. Balint stützt sich auf Gespräche mit Beteiligten, und er entfaltet auch die ein volles Jahrhundert zurückreichende Vorgeschichte des Konflikts.

Kafka-Autographen immer teurer

Bei einer Auktion, die im Juni 2018 von der Fa. Hassfurther in Wien durchgeführt wurde, erbrachte eine einzelne Postkarte Kafkas an Max Brod 32.760 Euro. Die Karte stammt vom 22.8.1908 und befand sich ursprünglich wohl im Nachlass Brods.

Kafkas Schloss in Düsseldorf

Das Düsseldorfer Schauspielhaus zeigt eine von Jan Philipp Gloger erarbeitete Adaption von Kafkas Schloss-Roman. Die Premiere findet am 15. September 2018 statt. In Hauptrollen sind Moritz Führmann und Tabea Bettin zu sehen.

Eva Hoffe gestorben

Eva (Chawa) Hoffe, die Tochter von Max Brods Freundin und Erbin Ilse Esther Hoffe, ist am 4. August 2018 im Alter von 84 Jahren in Tel Aviv verstorben. Nach einem acht Jahre währenden Prozess hatte das Oberste Gericht in Jerusalem 2016 entschieden, dass Eva Hoffe den gesamten noch vorhandenen Nachlass Brods, inklusive der darin enthaltenen Briefe und Manuskriptblätter Kafkas, der Israelischen Nationalbibliothek zu übergeben hat.

Deutsches Literaturarchiv erwirbt weiteres Manuskript Kafkas

Bei einer Auktion im Mai 2018 konnte das Deutsche Literaturarchiv in Marbach ein weiteres Manuskript Kafkas ersteigern: die sechsseitige Skizze zu einer Einleitung, die Kafka zu dem gemeinsam mit Max Brod geplanten Roman Richard und Samuel verfasste. Der Kaufpreis betrug 140.000 Euro, die nur mit der spontanen Unterstützung zweier Mäzene aufgebracht werden konnten (Details in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung).

Gerhard Neumann gestorben

Der einflussreiche Literaturwissenschaftler und Kafka-Philologe Gerhard Neumann ist am 28. Dezember 2017 im Alter von 83 Jahren gestorben. Neumann publizierte mehrere Bücher über Kafka (zuletzt Franz Kafka – Experte der Macht, 2012) und war einer der Herausgeber der Kritischen Kafka-Edition, die im S.Fischer Verlag erschien.

Milena Jesenskás journalistische Arbeiten ediert

Erstmals wurden Milena Jesenskás journalistische Arbeiten umfassend ediert. Im tschechischen Verlag Trost erschien 2016 eine Auswahl von 336 Artikeln, zusammengestellt von der Literaturhistorikerin Marie Jirásková, die in jahrzehntelanger Suche mehr als 1.100 Texte Jesenskás auffand.

Überraschender Fund eines Kafka-Briefs

Erneut hat das Deutsche Literaturarchiv in Marbach einen Brief Kafkas erworben. Der Inhalt des vierseitigen Briefs, den Kafka Anfang Oktober 1913 aus Riva an Felix Weltsch sandte, war seit der ersten Briefedition von 1958 bereits bekannt. Das Original fand sich im Januar 2017 zufällig bei einer privaten Besitzerin in Ludwigsburg.

Kurt Krolop gestorben

Am 22. März 2016 starb der Prager Literaturwissenschaftler Kurt Krolop im Alter von 85 Jahren. Krolop machte sich vor allem um die Erforschung der Prager deutschen Literatur verdient. Daneben publizierte er zahlreiche Arbeiten zum Werk von Karl Kraus. In den sechziger Jahren nahm Krolop an den legendären Kafka-Konferenzen auf Schloss Liblice teil. Zuletzt war er Präsident der Prager Kafka-Gesellschaft sowie Mitbegründer des Prager Literaturhauses deutschsprachiger Autoren.

Kafkas tschechischer Pass versteigert

Bei einer vom Auktionshaus Bonham am 22. September 2015 in New York durchgeführten Versteigerung wurde ein tschechischer Pass Franz Kafkas angeboten. Er stammt aus dem Besitz Salman Schockens, der ihn von Robert Klopstock erhalten hatte. Der Pass wurde 1922 ausgestellt, umfasst 32 Seiten und trägt Kafkas eigenhändige Unterschrift (»Dr. F. Kafka František«). Der Auktionserlös betrug $ 37.500, der Käufer blieb anonym.

Věra Saudková gestorben

Am 3. August 2015 verstarb in Prag Věra Saudková, die letzte noch lebende Nichte Kafkas, die ältere Tochter von Ottla Kafka und deren Ehemann Josef David. Sie wurde 94 Jahre alt. (Video)

Weitere Briefe von Milena Jesenská entdeckt

In der Staatssicherheitsakte von Jaromír Kreijcar, zweiter Ehemann von Milena Jesenská, wurden vierzehn Briefe entdeckt, die sie 1940 bis 1944 aus Gefängnissen in Prag und Dresden sowie aus dem Konzentrationslager Ravensbrück schrieb. Die Briefe erschienen in deutscher Übersetzung und mit Kommentaren von Alena Wagnerová in der Neuen Rundschau, 2015, Heft 2. (Auszüge in Die Welt)

Alice Herz-Sommer gestorben

Am 23. Februar 2014 starb in London die Pianistin, Musikpädagogin und Holocaust-Überlebende Alice Herz-Sommer. Sie wurde 110 Jahre alt. Die in Prag geborene Alice Herz hatte eine um elf Jahre ältere Schwester Irma, die Kafkas engen Freund Felix Weltsch heiratete. Dadurch kam Alice auch in Kontakt zu Kafka; noch im hohen Alter konnte sie sich an gemeinsame Spaziergänge mit ihm erinnern. (Kurzbiografie und Links)

Martin S. Bergmann gestorben

Der in New York lebende Psychoanalytiker und Sachbuchautor Martin S. Bergmann ist am 22. Januar 2014 im Alter von 100 Jahren gestorben. Er war der Sohn von Kafkas Klassenkamerad Hugo Bergmann, eines publizistisch aktiven Zionisten, der mit seiner Familie bereits 1919 von Prag nach Palästina auswanderte. Martins Mutter Else Bergmann (geb. Fanta) lud den tuberkulosekranken Kafka ein, ebenfalls nach Jerusalem zu kommen und dort zunächst bei ihrer Familie unterzukommen. Überliefert ist, dass Hugo Bergmann diesem Plan skeptisch gegenüber stand, da er um die Gesundheit seines Sohnes Martin besorgt war. (Bericht in der New York Times)

Kafka-Brief für 154.000 Euro versteigert

Das Auktionshaus Kaupp in Sulzburg bot bei einer Versteigerung am 4./5. Oktober 2013 einen achtseitigen Brief Kafkas an. Der Brief an Max Brod wurde im südböhmischen Planá nad Lužnicí verfasst und traf am 11. September 1922 in Prag ein. Der erzielte Verkaufspreis betrug 154.000 Euro. (Artikel von Andreas Kilcher)