Woran starb Kafka?

Kafkas Lungentuberkulose, die erstmals 1917 diagnostiziert wurde, hatte im Winter 1923/24 eine sekundäre Infektion des Kehlkopfes zur Folge (›Kehlkopftuberkulose‹). Die hauptsächlichen Symptome waren erhöhte Temperatur, ständiger Hustenreiz, brennende Schmerzen im Hals sowie der allmähliche Verlust der Stimmkraft. In den letzten Wochen wurde Kafka empfohlen, zur Schonung des Kehlkopfs möglichst nicht mehr zu sprechen.

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Reiner Stach

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Begleitet war der Krankheitsprozess von einer ständigen Abnahme des Körpergewichts (am Ende unter 45 kg). Wegen seines geschwollenen Kehlkopfes und völliger Appetitlosigkeit konnte Kafka nicht mehr genügend Nahrung zu sich nehmen, um diese Entwicklung zu stoppen. Da ihm auch das Trinken starke Schmerzen verursachte und nur in winzigen Schlucken möglich war, vermochte Kafka die Mangelernährung auch durch kalorienhaltige Getränke (z.B. Bier) nicht mehr zu kompensieren. Seine schlechte körperliche Verfassung wiederum machte chirurgische Eingriffe unmöglich.

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Kafka starb am 3. Juni 1924 in einem Sanatorium in Kierling bei Wien. Im Sterbebuch ist »Herzlähmung« als Todesursache dokumentiert. Noch kurz zuvor soll Kafka wegen der unerträglichen Schmerzen seinen Freund Robert Klopstock, der ihn in den letzten Wochen intensiv betreute, um eine Überdosis Morphium gebeten haben. Es ist wahrscheinlich, dass Klopstock dieser Bitte nachkam, obgleich er sich dazu niemals eindeutig äußerte.

Literatur: Rotraut Hackermüller, Kafkas letzte Jahre: 1917–1924, München 1990.